Frühlingshafte Klänge zwischen Dvořák, einem Kaktus und dem Mambo

Am Sonntag, dem 26. April, wurde die Annenkirche Dresden zum Klangraum für ein ganz besonderes Frühlingskonzert des Polizeichores Dresden. Zum ersten Mal durfte der Chor in dieser charmanten Kirche auftreten und wagte dabei zugleich ein kleines Experiment: Statt eines Gastchores gestalteten die Sängerinnen und Sänger das Programm nahezu vollständig allein.
Ganz ohne Unterstützung ging es dann aber doch nicht und das war auch gut so. Das Ensemble Cellissimo! Dresden bereicherte den Nachmittag auf besondere Weise. Unter der Leitung von Johann von Ruthendorf standen zwölf Cellistinnen und Cellisten auf der Bühne, darunter zehn engagierte Laien und zwei Profis. Sie begleiteten den Chor bei ausgewählten Werken und setzten mit eigenen Beiträgen zusätzliche musikalische Akzente. Besonders ihr augenzwinkernder Vortrag von „Der kleine grüne Kaktus“ sorgte im Publikum für sichtbare Freude, hier wurde mitgewippt und sichtlich geschmunzelt.
Zu Beginn des Konzerts stand ein Teil der eindrucksvollen Messe D-Dur op. 86 von Antonín Dvořák (wir sangen „Kyrie“, „Gloria“ und „Sanctus“). Der Polizeichor wurde dabei tatkräftig von Solistinnen und Solisten unterstützt: Alexandra Kratzenberg (Sopran), Tatiana Boguta (Alt), Oliver Chubb (Tenor) und Fabian Werner (Bass). Die musikalische Gesamtleitung lag in den Händen von Hannes Rauschelbach, dem 1. Chorleiter, sowie der 2. Chorleiterin Tatiana Boguta, die nicht nur dirigierte, sondern auch selbst als Solistin überzeugte.
Neben der Dvořák-Messe bot das Programm eine abwechslungsreiche Reise durch verschiedene musikalische Welten: Klassische Frühlingslieder wie „Alle Vögel sind schon da“ und „Nun will der Lenz uns grüßen“ trafen auf Musicalklänge wie „One Hand, One Heart“ aus dem Stück Westside Story. Mit „Mambo“ von Herbert Grönemeyer hielt schließlich auch moderne Popmusik Einzug ins Programm, ein gelungener Beweis für die stilistische Vielfalt unseres Chores.
Charmant und souverän führte Vera Tuschling durch das Konzert und verband die einzelnen Programmpunkte mit Hintergrundinformationen und persönlichen Einblicken.
Ein besonderer Dank gilt zudem Kevin Fischer, der den Polizeichor im Vorfeld tatkräftig unterstützt hat und ursprünglich auch als Solist vorgesehen war, krankheitsbedingt jedoch auf der Empore Platz nehmen musste und von dort aus zum Gelingen des Konzerts beitrug.
Das Publikum dankte es mit viel Applaus und auch im Nachgang erreichte den Chor eine große Welle positiven Feedbacks. Für den Polizeichor Dresden war dieses Konzert in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Meilenstein: ein neuer Aufführungsort, ein eigenständig gestaltetes Programm und die gelungene Zusammenarbeit mit einem tollen Cello-Ensemble. Ein Frühlingskonzert, das sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Fotos: Tom Wiedemann


























Kommentar verfassen