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Blaufahrt für Chorsänger - Voll abgefedert

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An traditionelle Blaufahrten des Chores anknüpfend, organisierte Sangesfreund Michael Braun für Samstag, den 22.01.2011, einen Überraschungsausflug. 32 Sänger/Innen und einige Angehörige nutzten dieses Angebot und sollten es nicht bereuen.....
Mit dem Bus ging es 17.00 Uhr ab Schießgasse los und alle waren gespannt, wo denn die Reise hinging. Vor allem auch unter dem Aspekt, dass in der Einladung vermerkt war: "Kittelschürze und Kopfbedeckung mitbringen". Über die A17 fuhren wir Richtung Prag und steuerten dann den Gasthof Börnchen (bei Liebstadt) an. Und hier wurde dann bald die Überraschung gelüftet: auf uns wartete ein zünftiger Abend mit Essen, Trinken, Live-Musik und "Federn schleißen". Fast 5 Stunden verlebten wir alle einen wunderschönen Abend und unser "Chorpoet" Christian Krebs inspirierte dies umgehend zu nachfolgenden Versen.....
Vielen Dank an den Organisator Micha sowie unseren Versschreiber Christian!!!


Voll abgefedert

Ich wünsch mir, dass schrecklich neidvoll
alle Sänger, die zu Hause blieben,
erfahren: Es ist grandios, super, toll,
wenn Federn beim Singen stieben!
Der Chor sei nächstens wieder voll!

Wer mit dem Bus ins Gebirge ratterte,
kann jetzt Augustes Gefühle verstehn,
die gerupft, so bloß, herum flatterte
und mit Erik S. Klein im Weihnachtsfernsehn
herzzerreißend über ihre Blöße schnatterte.

In Börnchens gemütlichstem aller Geflügelställe,
wurden persön- und vergnüglich vom Wirt,
riesige Keulen, Brüste und Kartoffelbälle
köstlich, lecker, zum Genusse serviert,
und Säcke voll Federn (von Vögeln die Felle).

Zur ordentlichen Kopfkissenzubereitung,
damit das keiner verwechselt,
nach Daunen-vom-Kiel-Trenn-Anleitung,
wird das Weiche vom Harten gedrechselt,
nur ohne Drehen, mit Schwung bei Musikbegleitung.

Zum Schutz von Kleidung und Wohlbefinden,
weil das alles so furchtbar fusselt,
waren Busen und Bauch in Kittel zu binden
und weil Federzeug klebt, wenn man kusselt,
sollte man dazu nach draußen verschwinden.

Die Schürzen sollten besser farbig sein.
Unter dem riesigen weißen Federnhaufen
sammelt man sich so besser wieder ein,
denn durch zu arges Staubdurstwegsaufen
kann einer in Weiß leicht mal verschwunden sein.

Ute und Jürgen kamen völlig unangemessen,
steril verpackt zum Schleißen, bis oben zu,
in der Mitte zwar etwas knapp bemessen,
aber mit Mundschutz und Gummihandschuh!
In ihrer Einladung hatte man - das „l“ vergessen.

Weil alles so wolkenleicht schwebend war,
als fände der Event bei Frau Holle statt,
bot ein Geiger elektrisch verstärktes Gefidel dar.
Diese Romantik hatte Bärbel bald satt.
Stromlos sang die ganze Federschleißbar!

Lieder vom südorientalischen Kakadu
und vom einfüßigen Rotfedernflamingo,
ein Solo vom radschlagenden Pfau dazu
brachten beflügelte Stimmung – einmalig, Bingo!
Federschleißleicht schwebten wir, didelöjadu!

Nur wenige Wünsche blieben offen:
Heidi hätte gern jemanden nackig gerupft,
Stephan lieber bei bunten Federn gesoffen,
Ulli benieste Daunen so, dass Elke verschnupft.
Die Schleißerei hat sonst voll ins Schwarze getroffen!

Wie das so ist mit dem entblößtem Federnvieh,
Peggy und Micha sind dran Schuld,
hätten wir sonst nicht erfahren, nie!
Eine Jacke voll Daunen, braucht scheiß viel Geduld.
Ach Arzgebirch, wie biste schie!


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